Küche kalt im Wienerwald

Ich liebe Hähnchen. Knusprige Haut, saftiges Fleisch und das Beste: Man darf sie mit den Fingern essen. Das und ein kühles Bier, mehr braucht es für ein gutes Abendessen nicht.

Ich hasse Läden, die das gegrillte Federvieh fix und fertig zu einem Preis verhökern, der bei artgerechter Haltung noch nichtmal die Kosten der Aufzucht decken würde, ganz zu schweigen von den Ausgaben für Miete, Personal und so weiter. Was da raus kommt kann nicht gut sein, und deshalb kann ich es auch nicht essen. Ehrlich, ich hab’s versucht. Es geht nicht.

Also bleibt für mich nur die Möglichkeit, mein Giggerle selbst zu machen. So:

Ofen auf 150°C Umluft vorheizen. In die Mitte kommt ein Rost, in den Einschub darunter ein Backblech, um die herabtropfende Flüssigkeit aufzufangen.

Den Vogel von innen mit etwas Salz und Pfeffer ausreiben. Ein Sträußchen Thymian und eine angedrückte Knoblauchzehe hinein und mit einem Zahnstocher verschließen.

Die Haut zwischen Schenkel und Torso etwas einschneiden. Das ganze Tier rundherum mit der Marinade einreiben. Die besteht aus Olivenöl, einer gepressten Knoblauchzehe, etwas fein gehackter Chili, viel süßem Paprikapulver, ordentlich Salz und Pfeffer, einer Prise gemahlenem Kümmel und einem kleinen Löffel Honig. Ein winziger Schuss warmen Wassers hilft dem Honig sich aufzulösen und aus den Zutaten eine leicht dickflüssige Masse zu machen.

Ist der Vogel damit einmassiert worden muss er eigentlich nur noch für eine gute Stunde in den Ofen. Sollte die Haut gegen Ende der Garzeit noch nicht knusprig sein, einfach die Temperatur auf ca. 180°C hochdrehen und noch ein paar Minuten warten. Was dann aus dem Rohr kommt sollte in etwa so aussehen:

Giggerle

Ich hab in meiner Gier mal wieder zuerst die Geflügelschere angesetzt und dann erst das Photo gemacht. Wer kann’s mir verdenken …

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3 Antworten zu Küche kalt im Wienerwald

  1. paul schreibt:

    magst mal kalkulieren wieviel Dein Giggerl kosten würde/müsste?

  2. paul schreibt:

    in Minga allein 7-10 € schon EK – wenn´s a gscheiter Vogel sein soll. Der ist dann aber sooo glücklich augewachsen dass er selbstständig und freiwillig die Federn abgegeben hat. ;-))

  3. philotue schreibt:

    Ich würde sagen: Es kostet so viel wie Du bereit bist für das Tier auszugeben plus vielleicht einen Euro für Strom und die anderen Zutaten, ganz grob geschätzt. Tja, und die Preise für ein ganzes, rohes Hähnchen liegen halt irgendwo zwischen Aldi und Demeter, also zwischen drei und dreißig Euro. Das eine ist viel zu billig, das andere viel zu teuer. Ich denke man macht nichts falsch, wenn man sein Geflügel einfach bei dem Metzger kauft, dem man auch sonst vertraut.

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